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Apartments at the Nordpark Magdeburg

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Quartz Grey
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Produktreihe
Oberflächenstruktur
Satin
Architekt
ARC Architekturconzept
Fotograf
Michael Zalewski (mizafo.de)
Anwendung
Fassaden
Marktsegment
Mehrfamilienhäuser Wohnungen
Build-Typ
Renovation
Baujahr
2017
Standort
39104
Magdeburg
Deutschland

Ein Vorzeigeobjekt in Magdeburg, das 71 Jahre auf sich warten ließ

Das Wohnhaus am Nordpark hat eine lange Vorgeschichte: Sie begann am 16. Januar 1945, als der Prachtbau, der an dieser Stelle stand, während einem der verheerendsten Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs vernichtet wurde. Das reich verzierte Gebäude im typischen Stil der Kaiserzeit weichte einer ‘Kriegslücke’, die über sieben Jahrzehnte mitten in Magdeburgs Alten Neustadt klaffte. Erst 2015 kündigte Frank Rückriem, der Vorstand der Stadtfelder Wohnungsbaugenossenschaft (WBG), an: »Hier wird nun ein modernes Wohnhaus entstehen, das die Fassung vom Pfälzer Platz aufnimmt«.

Damit wurde ein ambitioniertes Projekt ins Leben gerufen, das nicht zuletzt die in Magdeburg vorhandenen Kompetenzen eindrucksvoll unter Beweis stellt: Das neue Gebäude wurde von einem vielfach ausgezeichneten Magdeburger Architekturbüro entworfen, während ein örtlicher Spezialist, dessen Know-how bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden bundesweit gefragt ist, die außergewöhnliche Fassade installierte. 

Grundsätzlich einzigartig

»Für uns ist der Bezug auf die jeweilige Situation entscheidend«, betont Sandra Oheim, die den Magdeburger Standort des Architekturbüros arc architekturconzept leitet. »Wir haben den Anspruch, Unikate zu bauen, die auf außergewöhnlichen und zugleich durchdachten Konzepten basieren. ‘Schubladenentwürfe’ gibt es bei uns nicht. Wir decken ein sehr breites Spektrum an Gebäudetypen ab, und nutzen sehr wohl Synergie-Effekte zwischen den verschiedenen Projekten. Aber bei jedem neuen Bauvorhaben gehen wir auf die spezifischen Gegebenheiten genau ein und mit frischen Ideen an den Start. Das erwarten unsere Bauherren – und das trifft auch für das Wohnhaus am Nordpark zu«.

Die WBG wollte mit dem Projekt zum einen erschwinglichen und dennoch qualitativ und funktional hochwertigen Wohnraum schaffen. Zum anderen sollte an die Vergangenheit in zeitgemäßer Form angeknüpft werden: Am Standort des einstigen Prachtbaus sollte erneut ein anspruchsvolles und markantes Gebäude entstehen, dessen Fassade einen attraktiven Beitrag zum Stadtbild leisten und außerdem für die Genossenschaft als Aushängeschild fungieren würde.

Sandra Oheim geht ins Detail: »Wir haben mit drei Materialien gespielt – weißem Putz, Glas und HPL-Bekleidungsplatten (High Pressure Laminate). Mehr wäre zu viel gewesen. Gleichzeitig kombiniert die Gestaltung zwei Grundideen, die das Gebäude entscheidend prägen: einen halbrunden Grundriss in Verbindung mit Fassaden, denen abwechselnd herausgezogene und zurückversetzte Elemente eine ausgeprägte Plastizität verleihen. Die dadurch entstehende, ungewöhnliche Dreidimensionalität wird von den verwendeten Materialien nochmals betont«. Sie unterstreicht: »Jede Wohnung hat eine Loggia, und die meisten Wohneinheiten zeichnen sich außerdem durch schubladenartig auskragende Räume aus. Diese hervorspringenden Fassadenelemente haben wir durch eine stark kontrastierende Bekleidung aus Trespa® Meteon®-Platten hervorgehoben«.

Bekleidungsplatten von Trespa® – für das Projekt die ideale Lösung

Die Architektin weist darauf hin, eine ganz bestimmte Materialeigenschaft habe nicht zuletzt den Ausschlag für Produkte von Trespa® gegeben – die materialeigene Flexibilität der Platten. »Wir setzen gern auch Faserzementplatten bei bestimmten Objekten ein, aber hier war das keine Option. Das dem Pfälzer Platz gegenüberliegende Gebäudeteil ist wie ein Schiffsbug gestaltet. Die entsprechende Rundung ließ sich nur mit Platten verkleiden, die biegsam genug sind, um den Radius der Fassade aufzunehmen«.

Zum überwiegend verwendeten Holzdekor ‘English Cherry’ in Rotbraun kamen Trespa® Meteon®-Platten in einem neutralen Dunkelgrau hinzu, die visuell als seitliche Fortsetzung der Fenster wahrgenommen werden. »Wir haben Produkte von Trespa® bereits häufiger verbaut, denn das Material ist überzeugend«, unterstreicht Sandra Oheim. »Die Fassadenplatten von Trespa® aus Schichtpressstoff sind langlebig und sehen auch nach Jahren gleichbleibend gut aus. Außerdem sind die Dekors und Oberflächen haptisch und farblich sehr ansprechend. Dazu gibt es übrigens eine unterhaltsame Anekdote. Als gegen Ende des Bauvorhabens die Nerven ziemlich blank lagen und die Termine eng wurden, fiel uns auf, dass Meteon®-Platten plötzlich fehlten. Dafür gab es nur eine Erklärung: Wir waren nicht die einzigen, die das Material sehr attraktiv fanden, und unbekannte Trespa-Fans hatten ganz einfach Platten für den eigenen Bedarf entwendet! Glücklicherweise hat uns dann Trespa die fehlenden Platten schnell nachgeliefert«.

Technische Kompetenz als entscheidende Komponente

Jan Zenthöfer ist der Bauleiter von WF Bau, dem mit dem Projekt beauftragten Spezialisten für vorgehängte hinterlüftete Fassaden. Er bringt es sofort auf den Punkt: »Wir haben als Unternehmen den Anspruch, exquisite Fassaden zu bauen, und dadurch werden wir des Öfteren mit ungewöhnlichen Aufgaben konfrontiert. Das ist sozusagen unsere ‘Nischenkompetenz’. Dass wir mit besonders komplexen Herausforderungen im Fassadenbereich gut umgehen können, zeigt sich auch durch unsere bundesweiten Aktivitäten: Wir sind von Berlin bis München aktiv, und noch vor kurzem reiste ich sechs Monate lang wöchentlich quer durch Deutschland, um in Freiburg im Breisgau eines unserer Projekte zu koordinieren«.

Er fährt fort: »Für die WBG sollte das Wohnhaus am Nordpark ein Vorzeigeobjekt sein, und die arc-Architekten sind auf diesen Wunsch mit einem Projekt eingegangen, das den Rahmen des konventionellen Wohnungsbaus deutlich sprengt. Bei einem solchen Bauvorhaben sind Größe und Kompetenz von entscheidendem Vorteil: Wir beschäftigen rund 30 Mitarbeiter, decken damit alle Bereiche ab – von der Entwicklung der Unterkonstruktion bis hin zur Montage – und verfügen über eine bestens ausgestattete Werkstatt einschließlich einiger CNC-Werkzeugmaschinen. Dadurch waren wir imstande, die hinterlüftete Fassade für das Wohnhaus am Nordpark technisch und optisch einwandfrei umzusetzen«. Jan Zenthöfer ergänzt: “Bei diesem Projekt haben wir sämtliche Platten selbst auf unserer CNC-Maschine geschnitten und gelocht. Den Verschnitt haben wir parallel so klein wie möglich gehalten. Das ist uns auch deswegen gelungen, weil Trespa ab Werk vier verschiedene Standardformate anbieten. Diese Auswahlmöglichkeit ist gut und ausreichend: Für das Wohnhaus am Nordpark sind drei dieser Ausgangsformate zur Anwendung gekommen«.

»Aus dem architektonischen Konzept ergaben sich drei Herausforderungen für uns«, unterstreicht Jan Zenthöfer. »Als erstes mussten wir den Verlegeplan für eine hinterlüftete Fassade ausarbeiten, die größtenteils aus jeweils unterschiedlichen, formatspezifischen Bekleidungsplatten besteht, von denen einige gebogen sind. Bei einem Teil der Deckenplatten, unterhalb hervorstehender, gebogener Fassadenelemente, war die Aufgabe noch komplexer: Statt rechteckig zu sein, mussten diese Deckenplatten exakt den jeweiligen Bogen der senkrechten Bekleidungsplatte aufnehmen. Daher mussten wir teilweise die Konturen der Unterseiten einzeln aufskizzieren und entsprechende Schablonen anfertigen. So konnten wir die Meteon®-Platten dann millimetergenau auf Format schneiden«.

Er geht ins Detail: »Ferner waren die Ansprüche an die Unterkonstruktion ungewöhnlich hoch. Wir mussten beispielsweise über mehrere Etagen die gleiche Rundung genau einhalten und dabei für die erforderliche Lastenabtragung sorgen. Die gebogene Unterkonstruktion haben wir aus ausgerollten Kastenprofilen gefertigt. Die Platten wurden dann auf die Profile aufgespannt und vernietet. Dabei haben wir den Nietenabstand reduziert, um die mechanische Belastung der einzelnen Nieten zu verringern. Das sieht man zwar kaum, aber auf solche Details kommt es an, wenn eine derartige, gebogene Fassadenbekleidung langfristig stabil bleiben soll. Schließlich war auch die Montage teilweise außergewöhnlich, denn zahlreiche, z.T. großformatige Platten auf den Unterseiten der hervortretenden Gebäudeteile mussten über Kopf montiert werden. Günstig erwies sich hier die Tatsache, dass die Trespa® Meteon®-Platten nur 8 kg pro m² wiegen. Bei Faserzementplatten wäre aus der Montage ein Kraftakt geworden!«.

Jan Zenthöfer fasst zusammen: »Das Projekt hat Spaß gemacht, und das hat auch damit zu tun, dass uns eine einwandfreie Umsetzung gelang. Die Bekleidungsplatten von Trespa® sind ein schöner Baustoff, der aus unserer Erfahrung auch nach vielen Jahren keine zeitliche Abnutzung aufweist. Das Produkt ist außerdem sehr formsteif. Das war zwar hier nicht so entscheidend – aber etwa bei Schulprojekten sehr wohl. Wir verarbeiten teilweise auch Aluminiumverbundplatten – wenn man dagegen tritt, entsteht eine Delle. Wenn man gegen eine Trespa-Platte tritt, tut man sich nur weh… Bei WF Bau liegt übrigens etwas verrücktes mit Trespa erneut in der Luft – aber mehr darf ich im Moment nicht sagen«.

Ein Projekt, das wildfremde Menschen und Juroren gleichermaßen begeistert

Sandra Oheim erweitert abschließend die Perspektive und berichtet über die Wahrnehmung des Wohnhauses am Nordpark in der Öffentlichkeit: »Es war erfreulich festzustellen, dass nach Fertigstellung tatsächlich wildfremde Menschen spontan auf uns zukamen und sagten “Toll, das gefällt uns”. Parallel kam das Projekt in der Fachwelt sehr gut an: Anlässlich der ‘Awards Deutscher Wohnungsbau 2019’ belegten wir mit dem Projekt Platz 1 in der Kategorie ‘Innovative Fassade’. Der Preis wurde uns in München von Barbara Schöneberger persönlich überreicht! Außerdem wurde das Gebäude vom AIV, dem Magdeburger Architekten- und Ingenieurverein, im Rahmen dessen jährlichen Preisverleihung zum ‘Bauwerk des Jahres 2017’ gekürt«.

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